Prävention von Gewalt in jugendlichen Paarbeziehungen

Analyse für eine nationale Multiplikation des Programms "Sortir Ensemble Et Se Respecter" (SEESR)

In Liebesbeziehungen wird missbräuchliches Verhalten teilweise trivialisiert. Eine frühzeitige Sensibilisierung erlaubt es, verschiedene Formen der Gewalt, einschliesslich verbaler und emotionaler Gewalt, besser zu identifizieren.

Durch die Arbeit mit Jugendlichen bezüglich ihrer Vorstellungen einer Paarbeziehung und ihrer Fähigkeit, tägliche Gewalt zu benennen, konnten aussagekräftige Ergebnisse in mehreren Kantonen gewonnen werden. Das wissenschaftlich evaluierte Programm „Sortir Ensemble Et Se Respecter“ und die Pioniererfahrungen in den Kantonen Zürich und Waadt ermöglichen heute eine massgeschneiderte Umsetzung und Verbreitung.

Das Programm wurde für gemischte Gruppen von 6 bis 12 weiblichen und männlichen Jugendlichen konzipiert. Ein geschlechtergemischtes Moderations-Duo bietet eine Vielzahl von Aktivitäten mit Kommunikationsübungen, Simulationen und Rollenspielen. Das Programm entspricht einem Bedürfnis der Teilnehmenden und ist äusserst beliebt. Dank dem gewählten pädagogischen Ansatz schaffen es die Jugendlichen, über diese intime Themen zu sprechen.

Evaluationen der Pilotprojekte in den Kantonen Zürich und Waadt unterstreichen die Bedeutung einer Adaptation an den jeweiligen Kontext wie Ort, Umgebung, Institution und Bedürfnisse der Jugendlichen.

In Absprache und mit Unterstützung der ursprünglichen Trägerschaft, der Stiftung Charlotte Olivier und der weiterer Akteure, namentlich Büro für Gleichstellung des Kantons VD und der Stadt Zürich, hat RADIX von der Stiftung OAK ein Planungsmandat für die Verbreitung des Programms erhalten. Auf Basis der bestehenden Erfahrungen und Evaluationen, wird 2016 nun eine Situationsanalyse bei kantonalen und institutionellen Akteuren durchgeführt, so dass bei Bedarf Ende 2017 ein nationales Programm starten kann.

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