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SchoolMatters




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3. November 2021 | Cornelia Conrad Zschaber, Gaël Pannatier in Anlehnung an MindMatters Deutschland: Britta Michaelsen-Gärtner, Dr. Marco Franze, Prof. Dr. Peter Paulus und Australisches Originalheft: Helen Cahill, Pamela Morrison und Coosje Griffiths

07 Diversität und Eingebundenheit

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Einleitung

Schulen sind Orte, an denen Kinder, Jugendliche und Pädagoginnen/Pädagogen mit verschiedenen Hintergründen zusammenkommen. Einstellungen, Werte, Mentalitäten und Bedürfnisse der Beteiligten, aber auch geschlechtsspezifische, kulturelle oder altersbedingte Merkmale beeinflussen das soziale und betriebliche Miteinander. Die Schulleitung, Schulorganisation, Lehrpersonen sowie die Schüler:innen haben daher die Aufgabe und die Chance, vorhandene (Bildungs-)Ungleichheiten auszugleichen und so eine gerechte Teilhabe im Alltag für alle zu ermöglichen [1]. Im Fokus steht dabei die Gemeinschaft, erlebte Unterschiede treten in den Hintergrund [2].
Ein gutes Diversity-Management ist entscheidend und trägt massgeblich zum Wohlbefinden der Schüler:innen und auch der Lehrpersonen und Betreuungspersonen bei. Wichtig ist, die Situation der eigenen Schule und ihres Umfelds gut zu kennen und sie bei Veränderungen neu zu analysieren und zu besprechen, Massnahmen im Alltag zu überprüfen und gegebenenfalls neue Massnahmen einzuführen.

In diesem Kapitel finden Sie Informationen zum Zusammenhang von Gemeinschaft, Kultur, Identität und psychischer Gesundheit sowie zu Handlungsmöglichkeiten, wenn man bei Schülerinnen/Schülern
Aspekte der Entfremdung wahrnimmt, die zu einer riskanten Entwicklung führen könnten (Kap. 7.1). Im Anschluss wird detailliert auf fünf wichtige Aspekte eingegangen, die dazu führen können, dass sich jemand als «anders» wahrnimmt oder von anderen so wahrgenommen und nicht als gleichwertig behandelt wird:

Unterschiedlichkeit/Diversität/Diversity
Unterschiedlichkeit – also inwiefern oder weshalb sich Menschen/Gruppen voneinander unterscheiden – kann sich auf unzählige Aspekte beziehen, z.B. Geschlecht, Alter, Gesundheit, sexuelle Orientierung, Bildungsniveau, Arbeit, sozio-ökonomischer Hintergrund, Persönlichkeit, geografische Herkunft, Familienstand oder das Vorhandensein familiärer oder sonstiger Fürsorgeverpflichtungen.
Quelle: Commonwealth of Australia (1998). Workplace Diversity Practitioner’s Handbook.

Haltung im Umgang zum Thema mit anderen Menschen:
dialogisch - nicht verurteilend - wertschätzend

Prinzipen des dialogischen Arbeitens

  • Eigene lernende Haltung
  • Radikaler Respekt
  • Keine Bewertungen
  • Themen erkunden
  • Offenheit
  • Verlangsamung zulassen
  • Selbstbeobachtung / Selbstreflexion

Wesentlichste Merkmale

  • Bedingungslose positive Wertschätzung: keine Bewertung von Aussagen
  • Empathie: verstehen lernen der Welt‐ und Sichtweise anderer Menschen / von Schüler:innen
  • Kongruenz: Echtheit, Ehrlichkeit, Wahrhaftigkeit

Quelle: in Anlehnung an Hartkemeyer, J. & M. (2005).

1    IMST – Gender Netzwerk (2012)
2    Scridon (2014)