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SchoolMatters




04 Eltern als Partner:innen

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4.2 Zusammenarbeit und Haltung gegenüber Eltern definieren

Schulen, die sowohl die Haltung gegenüber den Eltern also auch die schulinterne Zusammenarbeit definieren, dies im Schulprogramm verankern und mit ausreichenden Ressourcen – personeller und finanzieller Art – unterstützen, legen eine gute Basis für die Elternmitwirkung. Es spielt dabei keine Rolle, ob die Schule die Zusammenarbeit situativ und als Teil ihrer Qualitätsmerkmale definiert oder ob sie von institutionalisierten Formen der Elternmitwirkung (EMW) ausgeht, wie sie in einigen Kantonen gesetzlich vorgesehen ist (siehe auch Box im Kapitel 4.1).

A. Haltung

Die Haltung der Schule den Eltern gegenüber ist entscheidend für die Erreichbarkeit der Eltern und den Erfolg von bildungs- und gesundheitsfördernden Angeboten. Eine fruchtbare Haltung kann folgende zehn Grundsätze beinhalten: 

  1. Eltern wollen das Beste für ihr Kind und tun ihr Bestmögliches.
  2. Eltern sind interessiert an der Schule ihrer Kinder.
  3. Eltern sind Expertinnen und Experten für das Leben in ihrer Familie.
  4. Eltern mit Migrationserfahrungen sind so heterogen wie einheimische Eltern.
  5. Eltern sollen bei ihren Ressourcen und Stärken angesprochen werden und nicht bei Defiziten.
  6. Vielfalt und Mehrsprachigkeit sind Chancen.
  7. Chancengerechter Zugang zu Bildungs- und Gesundheitsangeboten für alle Kinder braucht Elternarbeit, die sich an alle Eltern richtet.
  8. Angebote richten sich nach den Bedürfnissen der Zielgruppe. Sie sollen wirkungs- und lebensweltorientiert mit der Zielgruppe und nicht r diese sein.
  9. Elternarbeit auf gleicher Augenhöhe, im Dialog, mit Respekt vor anderen Werten und Lebensformen ist hilfreicher als Belehrung.
  10. Im Zentrum der Arbeit steht immer das Wohl, das erfolgreiche Lernen, das gesunde Aufwachsen und der Schutz der Kinder von Geburt an.

B. Zusammenarbeit

Eine Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern definierte im Auftrag der Vodafone Stiftung Deutschland vier Qualitätsmerkmale als Kompass für die partnerschaftliche Zusammenarbeit von Schule und Eltern [1]: Download hier.

  1. Willkommens- und Begegnungskultur. Leitbild: Die Gemeinschaft stärken: Alle Eltern fühlen sich als Teil der Schulgemeinschaft wohl und wertgeschätzt.
  2. Vielfältige und respektvolle Kommunikation. Leitbild: Die Eltern und Lehrkräfte informieren einander regelmäßig und auch anlassunabhängig über alles, was für die Bildung und Erziehung der Kinder von Bedeutung ist.
  3. Erziehungs- und Bildungskooperation. Leitbild: Die Eltern, Lehrkräfte und Schüler arbeiten gemeinsam am Erziehungs- und Bildungserfolg und stimmen sich über Lernziele und -inhalte ab. Die individuelle Mitbestimmung von Eltern und Schülern ist gewährleistet.
  4. Partizipation der Eltern. Leitbild: Die kollektive Mitbestimmung und Mitwirkung der Elternschaft ist gewährleistet. Sie werden, sofern erwünscht und praktikabel, in Entscheidungen über das Schulleben und Unterrichtsgeschehen eingebunden. Die Schüler werden angemessen beteiligt.

Zu den Qualitätsmerkmalen und Leitbildern werden in der Broschüre «Qualitätsmerkmale schulischer Elternarbeit» der Vodafone Stiftung auch zahlreiche Beispiele für die Umsetzung in der Praxis angeführt. Download der Broschüre unter «Zugehörige Dokumente».

Für die Definition der Zusammenarbeit mit den Eltern und der Ziele kann auch die folgende Aufstellung eine Vorlage bilden, die sich an der Wirkungslogik I-O-O-I (Input, Output, Outcome, Impact) orientiert, um Wirkungszusammenhänge von Projekten darzustellen [2].

4.2_Input-Output-Outcome-Impact Tabelle: Input, Output (Massnahmen), Outcome und Impact bei der Elternarbeit (Mulle, 2021).

1          Vodafone Stiftung Deutschland (2019)
2          Stiftung Mercator Schweiz (o.J.)
3          Mulle (2021)