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Herzsprung - Freundschaft, Liebe und Sexualität ohne Gewalt




Modul 2: Grenzverletzendes Verhalten

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2.5 Wie kommt es zu grenzverletzendem Verhalten und was sind mögliche Folgen?

Dauer: 25'
Gruppenzusammensetzung: 2 Gruppen, gemischt
Material: Arbeitsblatt 5, Dokument 2 für die Moderation
Vorbereitung: Arbeitsblatt 5 kopieren, Flipcharts der Übung «So möchte ich behandelt werden und so möchte ich andere behandeln» aus Modul 1

In dieser Sequenz geht es um grenzverletzendes Verhalten, das oft mit dem Ausüben von Kontrolle einhergeht, andere entwertet oder ihnen Schuldgefühle einredet. Es geht darum, dass Jugendliche die Motive für grenzverletzendes Verhalten erkennen und wissen, welche Folgen wiederholtes grenzverletzendes Verhalten haben kann. Wer sich dessen bewusst ist und merkt, dass gewisse Muster sich wiederholen, kann sich besser schützen.

Da wir ja alle mit Liebe, Freundlichkeit, Respekt … [bezieht euch auf die Begriffe aus Modul 1] behandelt werden möchten, und auch wir die anderen so behandeln möchten, stellt sich die Frage, wie es überhaupt zu Grenzverletzungen in Beziehungen kommen kann.

Wir werden euch jetzt die Geschichte von Alex und Jesse vorlesen. So können wir darüber sprechen, was gewisse Menschen dazu bringt, sich grenzverletzend zu verhalten, und welche Folgen es haben kann, wenn man in einer Beziehung ist, in der immer wieder Grenzverletzungen vorkommen.

Lest die Geschichte von Alex und Jesse vor (siehe Dokument 2 für die Moderation).

Teilt nun die Klasse in zwei Gruppen auf und lasst die Gruppen die Situation aus der Perspektive von Jesse resp. von Alex diskutieren. Verteilt dazu das Arbeitsblatt 5.

Ihr habt nun die Geschichte von Alex und Jesse gehört. Wir teilen euch in zwei Gruppen auf. Die eine Gruppe setzt sich mit der Situation von Alex, die andere mit der Situation von Jesse auseinander.

Diskutiert in der Gruppe die Fragen auf dem Arbeitsblatt 5. Anschliessend werden wir die Erkenntnisse im Plenum sammeln.

Lasst die Gruppen ihre Erkenntnisse der anderen Gruppe präsentieren. Erinnert euch bei der Moderation an das Kapitel 3.2.2 (Umgang mit verschiedenen Werten und Normen).

Bei dieser Szene geht es um Eifersucht und Erpressung. Wenn ihr jemanden sehr liebt, werdet ihr mit grosser Wahrscheinlichkeit irgendwann Eifersucht empfinden. Eifersüchtig zu sein ist ein Gefühl, das viele Menschen kennen.

Am Anfang könnten wir auch denken, dass Eifersucht ein Liebesbeweis ist. Starke Eifersucht kann aber zu Grenzverletzungen führen.

Eurem:eurer Freund:in zum Beispiel zu verbieten, mit anderen Menschen zu sprechen – das ist grenzverletzendes Verhalten! Liebe gibt einem nicht das Recht, den:die Freund:in zu kontrollieren oder zu beherrschen.

Wer sich selbst grenzverletzend verhält, gibt oft den anderen die Schuld dafür. Man sagt auch, dass man jemandem Schuldgefühle einredet [überprüft, ob der Begriff bekannt ist, ansonsten erklärt ihn]. Wenn wir denken, wir seien schuld, dass unser:e Freund:in sich so benimmt, dann machen wir alles, um ihr:ihm zu gefallen und wehren uns nicht gegen das grenzüberschreitende Verhalten. Und so wird die Person, die uns Schuldgefühle einredet, möglicherweise auch nicht bemerken, dass sie sich grenzverletzend verhält.

Abgesehen von diesen Beispielen, also dass man jemandem Schuldgefühle einreden oder eine Person kontrollieren und abwerten will – kennt ihr noch andere Gründe für grenzverletzendes Verhalten?

Sammelt die Aussagen der Jugendlichen.

Diskutiert auch die Folgen, die es haben kann, wenn man sich in einer Beziehung befindet, in welcher immer wieder grenzverletzendes Verhalten vorkommt.

Wie z. B. …

  • Appetitlosigkeit,
  • Freudlosigkeit,
  • Depression,
  • suizidale Gedanken,
  • Angstzustände,
  • Gefühl von Einsamkeit,
  • Anwenden von Gewalt gegen andere oder sich selbst.