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Herzsprung - Freundschaft, Liebe und Sexualität ohne Gewalt




Modul 2: Grenzverletzendes Verhalten

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2.4 Alarmsignale für Grenzverletzungen erkennen

Dauer: 30'
Gruppenzusammensetzung: Plenum
Material: Ampelsignale (grün/gelb/rot); Arbeitsblätter 4a und 4b; Dokument 1 für die Moderation
Vorbereitung: Arbeitsblätter 4a und 4b kopieren, Ampelsignale auf A3 kopieren

Positionieren anhand von Fallgeschichten

In dieser Übung geht es darum, herauszufinden, welche Alarmsignale es gibt, die ein Verhalten als grenzverletzend einstufen lassen.

Hängt die Ampelsignale im Raum verteilt auf und ladet die Jugendlichen ein, sich bei den Geschichten zu positionieren. Baut innerhalb der Geschichte kurze Pausen ein, damit sich die Jugendlichen zu einem anderen Signal hinstellen können. Alle Jugendlichen starten bei jeder neuen Geschichte beim grünen Ampelsignal:

  • Grün: kein grenzverletzendes Verhalten erkennbar
  • Gelb: Achtung, das könnte zu grenzverletzendem Verhalten werden
  • Rot: eindeutig grenzverletzendes Verhalten

Entscheidet euch, welche Geschichten (z. B. 3 von den 5 Fallgeschichten) ihr mit der Gruppe bearbeiten möchtet. Lest die Geschichten (Dokument 1 für die Moderation) vor und diskutiert jeweils die Positionen der Jugendlichen anhand der Frage, woran sie das grenzverletzende Verhalten erkennen. Schreibt die Alarmsignale auf das jeweilige Ampelblatt.

Fasst die wichtigsten Alarmsignale zusammen:

Grenzverletzendes Verhalten ist, wenn …

  • es sich wiederholt;
  • es andere kontrolliert und/oder manipuliert;
  • es den eigenen Willen mit Gewalt durchsetzt;
  • es uns dazu bringt, uns schlecht zu fühlen, ein negatives Selbstbild zu haben;
  • es uns Angst macht;
  • etc.

Zweierarbeit mit Alarmsignalen

Auch wenn es nicht immer ganz einfach ist, grenzverletzendes Verhalten zu erkennen, oder wir auch verschiedener Meinung sind, was grenzverletzendes Verhalten überhaupt ist: Die Folgen einer Beziehung mit grenzverletzendem Verhalten sind oft schwerwiegend oder sogar gefährlich. Es gibt noch weitere Alarmsignale, die uns helfen, grenzverletzendes Verhalten in einer Beziehung zu erkennen. Diese Alarmsignale warnen uns, dass rasch etwas geschehen muss, damit die Situation nicht richtig schlimm wird. Die Alarmsignale gelten sowohl für betroffene Personen als auch für Personen, die Grenzverletzungen ausüben.

Verteilt das Arbeitsblatt 4 und lasst die Jugendlichen die Liste mit der benachbarten Person besprechen. Weist darauf hin, dass die Jugendlichen entweder die Alarmsignale für Betroffene oder jene für Tatpersonen lesen sollen. Die Alarmsignale sind praktisch identisch, jedoch aus einer anderen Perspektive formuliert. 

Wenn ihr in einer Beziehung Alarmsignale erkennt, egal ob in eurer eigenen oder in der von Kolleg:innen und Kollegen, dann sind diese Personen wahrscheinlich in einer grenzverletzenden Beziehung. Auch eine einzelne Handlung kann bereits grenzverletzend oder gewaltvoll sein, je nach Schwere des Vorfalls!

Das nächste Mal, im Modul 3, werden wir besprechen, was wir in einer solchen schwierigen Situation tun können, wenn wir selber betroffen sind oder wenn es Kolleg:innen oder Kollegen sind, die grenzverletzendes Verhalten erfahren oder ausüben.