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Herzsprung - Freundschaft, Liebe und Sexualität ohne Gewalt




Modul 3: Freund:innen und Freunden in schwierigen Situationen helfen

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3.4 Die Geschichte von Paul und Kay

Dauer: 40'
Gruppenzusammensetzung: Zwei Gruppen, Plenum
Material: 2 Räume, Audiodatei «Paul und Kay», 2 Abspielgeräte, Arbeitsblatt 7
Vorbereitung: Audiodatei in zwei verschiedenen Räumen, Arbeitsblatt 7 kopieren

Rollenspiel und Diskussion: Zwei Seiten der gleichen Geschichte

Vor der Pause haben wir besprochen, dass es wichtig ist, Freund:innen und Freunden in Schwierigkeiten helfen zu können. Nun schauen wir das ganz konkret anhand eines Fallbeispiels an und werden es mit der Unterstützung des Rads der Freundschaft ausprobieren. In der folgenden Geschichte geht es um Kay und Paul, die seit einem Jahr ein Paar sind. Es kriselt schon seit einiger Zeit in ihrer Beziehung, am Schluss der Geschichte eskaliert der Streit.

Die Geschichte gibt es aus zwei verschiedenen Perspektiven – aus der Sicht von Kay und aus der Sicht von Paul. Eine Gruppe geht in den Raum nebenan und hört sich die Geschichte aus Kays Sicht an, die andere Gruppe bleibt hier und hört sich die Geschichte aus Pauls Sicht an. Stellt euch vor, die beiden wären mit euch befreundet.

Diskutiert in der Gruppe die Situation und überlegt, was ihr als gute Freund:innen und Freunde von Kay beziehungsweise von Paul machen könnt, damit sich Kay beziehungsweise Paul von euch unterstützt fühlt und eure Hilfe gerne annimmt. Nehmt das Blatt «Rad der Freundschaft» hervor. Dort findet ihr Ideen, was man Kay oder Paul als gute Freund:innen und Freunde sagen könnte. 

Eure Lösungsideen verpackt ihr in die Form eines kurzen Rollenspiels/Theaters, das ihr nachher im Plenum vorspielt. Überlegt gemeinsam als Gruppe die Idee für das Theater. Eine Person übernimmt die Rolle von Kay beziehungsweise Paul und ein bis zwei weitere Personen könnten die Rolle von guten Freund:innen und Freunden übernehmen. Und allenfalls gibt es ja noch weitere Personen, die einbezogen werden können, um Kay und Paul zu helfen.

Das Theater im Plenum soll nicht länger als zwei Minuten dauern.

Lasst der Gruppe Zeit, die möglichen Hilfestellungen für Kay resp. Paul zu diskutieren und dies anschliessend in einem kurzen Theaterspiel zu verarbeiten. Allenfalls brauchen die Gruppen bei der Umsetzung des Rollenspiels eure Unterstützung.

Zurück im Plenum werden die Theaterstücke vorgespielt. Jeweils anschliessend werden die gezeigten Lösungsvorschläge mit der Gruppe diskutiert: Was in der gezeigten Unterstützung als guter:gute Freund:in von Kay resp. Paul war förderlich, was hinderlich?

Um grenzverletzendes Verhalten zu stoppen, ist es wichtig, dass nahestehende Menschen (gute Freund:innen, Freunde, Familienmitglieder etc.) den Betroffenen sagen, dass so eine Situation nicht in Ordnung ist, und zwar schon bei den ersten Anzeichen. Es braucht Mut, dies zu sagen, weil man ja nicht weiss, wie die Person es aufnimmt, und weil man jemanden kritisiert.

Tipps für Betroffene und Tatpersonen

Verteilt das Arbeitsblatt 7 mit den Tipps für die Tatperson auf der Vorderseite und den Tipps für Betroffene auf der Hinterseite. Lasst die Jugendlichen das Blatt kurz lesen.