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Herzsprung - Freundschaft, Liebe und Sexualität ohne Gewalt




Modul 4: Sexualisierte Grenzverletzungen / Gewalt

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4.4 Tipps, um die Risiken für sexualisierte Gewalt zu vermindern

Dauer: 20'
Gruppenzusammensetzung: Gemischt, frei gewählte Gruppen
Material: Beamer mit  Internet- und Audioanschluss oder DVD «Erste Liebe», Kopiervorlage Diskussionskarten, Arbeitsblatt 9
Vorbereitung: Diskussionskarten und Arbeitsblatt 9 kopieren

Gruppenarbeit «Wie gehen wir mit unseren sexuellen Bedürfnissen um?»

Wir alle können von sexualisierter Gewalt betroffen sein. Es gibt allerdings Vorsichtsmassnahmen, die das Risiko verkleinern, sexualisierte Gewalt zu erfahren. Und wir können auch die Gefühle und die Grenzen unserer Freund:innen, Freunde oder anderen in Bezug auf Sexualität erkennen und respektieren. Wir werden jetzt einen Film schauen, in dem Kataryna, eine 18-Jährige, von ihrer Beziehung erzählt. Danach werden wir überlegen, was wir tun können, um uns zu schützen, und auch um andere zu respektieren.

Zeigt das Porträt von Kataryna aus «Erste Liebe»: 

https://www.srf.ch/sendungen/school/gesellschaft-ethik-religion/jugendliche-erfahrungen-erste-liebe (0:00–5:37).

Diskutiert folgende Fragen direkt nach dem Film im Plenum:

Was denkt ihr über Kataryna?

Was denkt ihr über den Freund?

Teilt die Jugendlichen nun in Gruppen von 4 bis 5 Personen auf und verteilt die Diskussionskarten mit den Fragen. Lasst die Jugendlichen in den Gruppen darüber diskutieren.

Wir haben den Film über Kataryna gesehen. Sie hat viel über ihre Beziehungserfahrungen gesprochen. Sie hat auch gesagt, dass sie irgendwann das Gefühl hatte, dass etwas nicht ganz okay ist.

Wir haben vorhin auf dem Arbeitsblatt 8 gelesen, dass wir ungute, komische, befremdliche Gefühle, die beim Beobachten oder Erleben von Situationen und Handlungen entstehen, ernst nehmen sollen. Sie sind häufig ein Hinweis dafür, dass etwas nicht stimmt.

Ihr werdet nun in den Gruppen miteinander die Fragestellungen auf den Karten diskutieren. Dabei geht es darum, dass ihr miteinander Ideen und Lösungen sucht, die euch unterstützen, um sexualisierte Gewalt zu vermeiden oder zu verringern. Diskutiert auch, was man tun kann, wenn die eigenen sexuellen Wünsche nicht erfüllt werden und wie man die Grenzen von anderen respektieren kann. Denkt dabei an die Alarmsignale aus dem Modul 2 und an das Rad der Freundschaft aus dem Modul 3, wo es darum ging, wie man anderen helfen kann. Ihr könnt eure Ideen und Lösungen direkt auf die Karten schreiben.

Wir werden eure Antworten anschliessend im Plenum besprechen.

Austausch im Plenum

Diskutiert nach der Gruppenarbeit diese zwei Fragen:

  • Was kann ich tun, um mich selbst zu schützen?
  • Was kann ich tun, um andere zu respektieren? 

Gebt das Arbeitsblatt 9 ab und besprecht die Tipps mit den Jugendlichen.

Keine Vorsichtsmassnahme kann zu 100 Prozent garantieren, dass ihr nie von sexualisierter Gewalt betroffen sein werdet. Das gilt für alle Menschen, egal welche Geschlechtsidentität oder welche sexuelle Orientierung sie haben. Wichtig ist zu wissen, dass man nicht schuld daran ist, wenn man sexualisierte Gewalt erfährt!

Wenn ihr auf eure Gefühle hört und euch die Tipps zu Herzen nehmt, könnt ihr das Risiko verkleinern. Und wenn ihr Unterstützung und Hilfe braucht, ist es gut, wenn ihr euch jemanden anvertraut, so wie wir das im Modul 3 miteinander besprochen haben. Manchmal ist es wichtig, sich an eine Vertrauensperson zu wenden, damit sich eine Situation verbessern kann.