Aktuelles Angebot

Preis Gesunde Stadt - Gesunde Gemeinde

Der Preis versteht sich als Anerkennung vorbildlicher und nachahmenswerter Beispiele kommunaler Gesund­heitsförderung und Prävention.

Acht Nominationen - vier Preise

Bewerbungen von 37 Gemeinden und Städten waren auf die zweite Ausschreibung eingegangen. Die vier regionalen Fachjurys nominierten die Städte Genf, Prilly (VD) und Arbon (TG), den Solothurner Bezirk Thal mit neun Gemeinden (Aedermannsdorf, Balsthal, Gänsbrunnen, Holderbank, Herbetswil, Laupersdorf, Matzendorf, Mümliswil-Ramiswil, Welschenrohr), die Gemeinden Menznau (LU), Stäfa (ZH), Wilen (TG) und den Gemeindeverbund Rehetobel-Speicher-Teufen-Trogen-Wald (alle AR).

Aus diesen acht Nominationen wählte die nationale Jury vier Preisträger aus. Die Vielfalt und Unterschiedlichkeit der erfolgversprechenden Ansätze und Programme führte zum Entscheid, bewusst auf eine Rangierung zu verzichten. Folgende Gemeinden und Städte wurden am 1. Juli im Haus der Kantone in Bern mit dem «Preis Gesunde Gemeinde 2015» bzw. «Gesunde Stadt 2015» ausgezeichnet:

Recettes à quat'sous – ausgewogene Ernährung für das kleine Budget

- Das Projekt will Familien oder Personen mit geringem Einkommen mit oder ohne Migrationshintergrund für eine ausgewogene Ernährung sensibilisieren und sie entsprechend bestärken.
- Das Projekt ist so angelegt, dass Personen aus dem Kreis der Zielgruppen selbst zu Botschaftern bei einkommensschwachen Gruppen und damit zu Multiplikatoren für die Thematik werden. Diese sollen den betroffenen Personenkreis anschliessend in Workshops Wissen und Alltagstipps für eine ausgewogene Ernährung mit kleinem Budget vermitteln.
- Die Rekrutierung von Multiplikatoren direkt aus der Zielgruppe heraus und das daraus resultierende Peer-to-Peer System überzeugen. Die Kommunikation auf Augenhöhe zählt denn auch zu den Stärken des Projekts.

Der soziale Zusammenhalt als Präventionsinstrument

Im Rahmen einer ganzheitlichen Gesundheitspolitik, die in erster Linie auf den sozialen Zusammenhalt abzielt, organisiert die Stadt Prilly seit 15 Jahren über lokale Vereine und Institutionen diverse Präventionsprogramme:
- Coups d’Pouce fördert generationsübergreifende Projekte
- Die Familien- und Schulberaterin agiert als Vermittlerin zwischen der Schule und den Eltern
- ViaEscola fördert eine «additive Zweisprachigkeit» und die Integration fremdsprachiger Kinder
- Die «Commission d’intégration Suisses-Immigrés» (Integrationsausschuss Schweizer-Migranten) setzt sich für die Integration ein
- Die «Association Lire et Ecrire» (Regionalverband des Schweizer Dachverbandes Lesen und Schreiben) fördert die Alphabetisierung von Erwachsenen
- Eine Koordinationsstelle dient als sektorübergreifende Plattform, die den Zugang zu einer adäquaten Gesundheitsversorgung erleichtert
- Die kommunale Sozialhilfe bietet besonders Bedürftigen finanzielle Unterstützung.
Die Vision der Stadt Prilly ist in erster Linie eine Kultur im Sinne «einer Stadt, in der es sich gut leben lässt».

Prävention, Früherkennung und Frühintervention

- Das Besondere ist der konsequente Einbezug der vorschulischen Einrichtungen, der Schule, der Offenen Kinder-/Jugendarbeit und fast aller Sportvereine in das Projekt Früherkennung und Frühintervention.
- Alle Akteure werden in der Wahrnehmung von Entwicklungsauffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen, im Umgang sowie in Gesprächsführung mit auffälligen Kindern und Jugendlichen geschult.
- Wirksam ist der Einbezug der Sportvereine: Die Verordnung über die Kinder- und Jugendförderung in Sportvereinen legt die Anforderungen an die Vereine im Bereich Prävention (u.a. Präventionsverantwortliche) fest. Die Sportvereine wurden im Jugendleitbildprozess eingebunden und ihre Leistungen als wesentliche Bestandteile der Jugendarbeit in der Gemeinde festgeschrieben.

10 Jahre Regionales Präventionsprogramm «BRILLANT»

Die fünf Gemeinden streben eine koordinierte Sucht- und Gewaltprävention sowie Medienbildung an, welche die Ressourcen von Behörden, Fachstellen, professioneller Infrastruktur (Schulen, Jugendarbeit) und ehrenamtlicher Arbeit (Vereine, Elternorganisationen) unterstützt und nutzt.
Durch die Zusammenarbeit unter den fünf Gemeinden und mit der Beratungsstelle für Suchtfragen des Kantons werden Synergien genutzt und eine gemeinsame Vorgehensweise im Bereich Sucht- und Gewaltprävention realisiert.
«BRILLANT» entwickelt Projekte und setzt Massnahmen um, damit die Prävention in den Settings Elternhaus, Schulen, Vereinen und Gemeinden zum Schutze und der Unterstützung der Bevölkerung wirksam wird.